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Die persönliche Uniform: Einfacher anziehen geht nicht!


Kleiderschrank mal einfach: Persönliche Uniform, Outfit-Formeln und Capsule Wardrobe

Einfacher anziehen und jeden Morgen Zeit und Nerven sparen mit Hilfe von Outfit-Formeln: Bestimme deine persönliche "Uniform"!

Möchtest du deinen persönlichen Stil vereinfachen und jeden Tag leichter und schneller dein perfektes Outfit kombinieren?

Dafür gibt es ein einfaches, aber geniales Prinzip: Die persönliche „Uniform“.

 

Eine persönliche Uniform ist eine feste Kombination aus bestimmten Kleidungsstücken (sozusagen ein „Outfit-Rezept“), die du gerne trägst, wie z. B. Skinny Jeans + lockeres Top + Strickjacke + Sneakers.

 

Das ist ein einfacher Weg, um den Stress bei der Auswahl deiner Outfits zu reduzieren und zu vermeiden, dass du dich vor deinem Kleiderschrank verzettelst.


Finde eine Outfit-Formel, die zu dir und deinem Alltag passt, und du kannst sicher sein, dass du morgens ruckzuck mit der Outfit-Auswahl fertig bist und du dich jeden Tag in deinem Outfit wohlfühlen wirst.


Dieser Artikel ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir den Einstieg leicht macht

Warum du eine persönliche Uniform (oder mehrere) haben solltest

Falls du mit der Idee noch nicht so viel anfangen kannst, lass mich kurz die Vorteile einer persönlichen Uniform zusammenfassen.


In erster Linie machen solche Outfit-Formeln dein Leben leichter, weil du weniger Entscheidungen treffen musst.

 

Wenn es dir so geht wie mir, dann hast du wahrscheinlich viel um die Ohren und das tägliche Auswählen deines Outfits kann anstrengend und zeitaufwendig sein. Du benötigst deine Energie aber für andere, wichtigere Entscheidungen.


Außerdem wollen wir uns ja alle in unserer Kleidung wohl und sicher fühlen. Es nervt und verunsichert, wenn man das Haus mit dem unguten Gefühl verlässt, das „Falsche“ zu tragen.


Das ist mir in der Vergangenheit oft passiert. Ich weiß, dass Kleidung in der Theorie ja „nur“ Kleidung ist und eigentlich keine so grosse Rolle spielen sollte, aber in Wirklichkeit hat das, was wir tragen, einen sehr großen Einfluss darauf, wie wir uns den Tag über fühlen.


Wenn du dich nach einer für dich bewährten Outfit-Formel kleidest, dann ist diese erprobt und getestet und es kann dabei nicht viel schiefgehen. Du kannst dann sicher sein, dass du dich in deiner Kleidung wohlfühlen wirst und musst das Rad nicht täglich neu erfinden. Man hält sich an das, was funktioniert, und das gibt einem Sicherheit.


Was mich zu meinem letzten Punkt bringt: Wenn du eine persönliche Uniform hast, dann weisst du genau, was dir gefällt, und kaufst keine Kleidung mehr, die du dann nicht trägst.

 

Man ist dadurch beim Einkaufen fokussierter und lässt sich weniger von Trends ablenken.

 

Stattdessen hast du deinen eigenen Stil, und das sieht man.

Kleiderschrank mal einfach: Persönliche Uniform, Outfit-Formeln und Capsule Wardrobe

Bedeutet das, dass du in Zukunft jeden Tag das Gleiche tragen sollst?

Vielleicht hast du dich beim Lesen gerade gefragt, ob das nun bedeutet, dass du jeden Tag das gleiche anziehen sollst.


Die Antwort ist nein.


Natürlich könntest du das tun, wenn du willst (wie Steve Jobs, der dafür bekannt war, immer einen schwarzen Rollkragenpullover, Jeans und Turnschuhe zu tragen).

 

Das ist zweifellos einfach, aber ich persönlich mag ein bisschen Abwechslung in meiner Garderobe, und ich vermute, dass es dir genauso geht.


Keine Sorge, eine persönliche Uniform lässt durchaus eine Menge Flexibilität zu.


Stell dir das ganze vor wie eine Pizza.


Es gibt eine Grundformel: Boden + Tomatensoße + Belag + Käse.

Jede Pizza besteht aus fast den gleichen Zutaten, aber es gibt immer noch Raum für Kreativität!


Es gibt so viele Möglichkeiten, eine Pizza zusammenzustellen, aber es ist nicht kompliziert, denn das Grundgerüst ist immer das gleiche. Man kann kreativ werden, ohne sich zu stressen, weil man weiß, dass es funktionieren wird.


Das Gleiche gilt für deine Outfit-Formel(n).

 

Wenn du erst einmal ein „Grundrezept" für deine Outfits hast, kannst du dich austoben und experimentieren, ohne dir Sorgen zu machen, dass es ein Desaster wird.


Ist eine persönliche Uniform das Gleiche wie eine Capsule Wardrobe? Das werde ich oft gefragt. Die Antwort ist Nein.

 

Eine persönliche Uniform ist die Formel, bzw. das Rezept für deine Outfits und die Capsule Wardrobe (oder der gesamte Inhalt deines Kleiderschranks, falls du keine Capsule Wardrobe hast) ist die Summe aus allen Kleidungsstücken, die dir zum „Füttern“ der Formel zur Verfügung stehen.

 

Du fügst also Teile aus deiner Garderobe in die Outfit-Formel ein, um deine Outfits zu kreieren.

Kleiderschrank mal einfach: Persönliche Uniform, Outfit-Formeln und Capsule Wardrobe

Wie du deine eigene persönliche Uniform erstellst

Bereit es auszuprobieren?


So habe ich in 6 Schritten meine persönliche Uniform erstellt:

SCHRITT 1: Fotografiere deine Outfits mindestens 2 Wochen lang

Mach jeden Morgen ein Outfit-Selfie und speichere diese Fotos in einem separaten Foto-Ordner oder noch besser, direkt in einer Notiz-App.

 

Öffne dann am Ende des Tages die Notiz und schreibe ein paar Zeilen darüber, wie du dich in deinem Outfit gefühlt hast. Hast du dich selbstbewusst, wohl und entspannt gefühlt? Wenn nicht, wie hast du dich stattdessen gefühlt und warum?

 

Ich empfehle dir, das mindestens zwei Wochen lang oder sogar noch länger jeden Tag zu tun.

 

Je mehr Daten du hast, desto einfacher wird es, Muster zu erkennen, die dir bei der Wahl deiner Outfit-Formel(n) sehr helfen werden.

SCHRITT 2: Beobachten und reflektieren

Schau dir nach zwei Wochen die Ergebnisse an und achte besonders auf die Outfits, die du am liebsten getragen hast. Was hatten sie alle gemeinsam?

 

Achte auf Dinge wie Art der Kleidungsstücke, Passform, Schnitt, Stoff, Muster und Farben.


Hast du ein Lieblingskleidungsstück, dass du dauernd trägst?


Wovon hast du besonders viel im Schrank? Bei mir sind das z.B. verkürzte Skinny Jeans, schlichte Culottes und gestreifte T-Shirts. Klar, dass diese Teile auf jeden Fall in meinen Outfit-Formeln vorkommen müssen.


Mach dir dazu Notizen und sei dabei möglichst präzise, denn dies sind Anhaltspunkte, die dir helfen werden, deinen einheitlichen Stil zu finden.

 

Du arbeitest sozusagen rückwärts, um die Formel für die Outfits zu finden, in denen du dich am wohlsten fühlst.

SCHRITT 3: Entscheide dich für einen Rahmen

Als Nächstes ist es an der Zeit, sich für einen Rahmen zu entscheiden – also die grundsätzliche "Formel" deiner Uniform.


(Um die Analogie zum Essen zu verwenden: Hier entscheide dich dafür, eine Pizza zu sein und kein Kartoffelpuffer.)


Hier sind einige Beispiele für Outfit-Formeln, aber denk daran – verwende unbedingt deine eigenen Daten, um deine Entscheidung zu treffen.

 

Du sollst dich für eine Formel entscheiden, die sich für dich bewährt hat, und nicht für etwas, das du vielleicht in der Theorie gerne tragen würdest.


•    Skinny Jeans + lockeres T-Shirt + lange Strickjacke + Sneakers
•    Gerade geschnittene Hose + elegantes Top + Blazer + Ballerinas oder Loafer
•    Knielanger Bleistift-Rock + schmale Bluse + Blazer + Pumps oder Stiefeletten mit Absatz
•    Boyfriend-Jeans + bedrucktes Top + schmaler Cardigan + Sneakers oder Boots
•    Lockeres Midikleid + derbe Schnürboots + Jeansjacke
•    …
Mach dir in diesem Stadium nicht zu viele Gedanken über Farben, Stoffe oder Muster.

Konzentriere dich stattdessen auf die Silhouette und die Proportionen.

Welche Art von Outfit und welche Schnitte trägst du gerne?


Tipp: Es ist völlig in Ordnung, mehrere Uniformen zu haben.

 

Du könntest zum Beispiel eine Arbeits-Uniform, eine Homeoffice-Uniform und eine Wochenend-Uniform haben.

 

Oder deine Arbeits-Uniform umfasst 2-3 unterschiedliche Outfit-Formeln (wenn du z.B. gerne Röcke UND Hosen trägst).

 

Es gibt keine festen Regeln - du kannst selbst entscheiden, wie simpel oder abwechslungsreich du deine Uniform(en) gestalten möchtest.

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SCHRITT 4: Wähle Farben, Stoffe und Muster

Nun ist es an der Zeit, sich über Farben und Stoffe Gedanken zu machen.

 

Hier sind einige allgemeine Regeln als Anhaltspunkt - aber auch hier gilt: Wenn dir diese nicht zusagen, kannst du sie gerne nach deinem Geschmack variieren.


•    Wähle 1-3 Grundfarben. Dies sind in der Regel neutrale Farben wie schwarz, beige, grau oder marineblau.
•    Wähle 2-5 Akzentfarben, die zu deinen Grundfarben passen.
•    Wähle ein oder mehrere Muster (Streifen, Animal-Print, Blumen …)
•   Ich empfehle dir, dich auch für Stoffe zu entscheiden. Überlege, was für dich bequem und schön ist. Ich persönlich meide z.B. Polyester, weil ich darin schnell schwitze und das Material generell unangenehm auf der Haut finde, genau wie Mohair und Grobstrick. Stattdessen trage ich gerne Baumwolle, Leinen, Viskose, Tencel und Kaschmir.

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SCHRITT 5: Wähle deine Accessoires

Zum Schluss kommen wir zu den Accessoires. Dazu gehören Dinge wie Handtaschen, Schals, Schmuck und Gürtel.


Wenn du das Ganze so einfach wie möglich halten willst, empfehle ich dir, einige wenige Lieblingsstücke auszuwählen (unter Berücksichtigung deines Lebensstils). Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, eine einheitliche Farbe für Taschen, Gürtel und evtl. auch Schuhe zu wählen, z.B. alles entweder in braun oder in schwarz. So kannst du auf einfache Weise sicherstellen, dass alles zusammenpasst, und es kann helfen, einen stimmigen "Look" zu kreieren.


Wenn du jedoch eher der Typ bist, der sich schnell langweilt, musst du dich nicht einschränken. Accessoires sind eine gute Möglichkeit, mehr aus deiner Uniform herauszuholen. Schließlich kann ein einfacher Wechsel der (Farbe der) Schuhe, ein besonderer Gürtel oder die Art des Schmucks dein Outfit völlig verändern!

Kleiderschrank mal einfach: Persönliche Uniform, Outfit-Formeln und Capsule Wardrobe

SCHRITT 6: Alles zusammenfügen

Wenn du fertig bist, hast du einen Rahmen, der dir das Anziehen sehr erleichtert.


Deine Uniform könnte dann zum Beispiel so aussehen:


•    Formel: Skinny Jeans + lange weiße Bluse + kurze Strickjacke + schwarze flache Schuhe
•    Grundfarben: Schwarz, Dunkelblau und Weiß
•    Akzentfarben: sandbeige, dunkelrot, grau, khaki
•    Accessoires: schwarze Tasche, schwarzer Gürtel, grauer gemusterter Schal, lange silberne Kette
•    Für draußen: beiger Trenchcoat und schmaler hellgrauer Wollmantel
•    Stoffe: Baumwolle, Viskose, Wolle und Seide


Du hättest dann also z. B. 2-4 gut sitzende Skinny Jeans im Schrank (in schwarz und in dunkelblau), dazu einige hochwertige weiße Hemd-Blusen und Blusen-Tops sowie mehrere kurze Strickjacken in den Akzentfarben (für den bewährten Lagen-Look). Außerdem wären da noch 1-2 schwarze Taschen, ein schwarzer Gürtel und 2-4 Paar flache schwarze Schuhe (z.B. Ballerinas, Loafer, Chelsea Boots oder Budapester).
Um den Look komplett zu machen, kommt noch ein klassischer beiger Trenchcoat sowie ein schmaler grauer Wollmantel dazu.


Um das ganze bei Bedarf etwas mehr „casual“ und lässig zu stylen, aber trotzdem innerhalb deiner bewährten Formel zu bleiben, könntest du die weiße Bluse einfach durch ein weißes T-Shirt ersetzen und/oder die flachen schwarzen Loafer/Ballerinas durch weiße Sneakers (die dann gleichzeitig eine schöne „Farbklammer“ mit dem weißen T-Shirt oder der weißen Bluse bilden).
Du könntest auch noch einen kleinen Hingucker hinzufügen, wie z.B. Schuhe mit Leo-Muster, die passen zu allem anderen.


Das Anziehen wird damit mühelos, du siehst immer gut aus und das Einkaufen ist ein Kinderspiel. Das ist die Macht einer persönlichen Uniform.


Die oben genannten Kleidungsstücke sind zusammen genommen übrigens gleichzeitig schon eine kleine Capsule Wardrobe, mit der du vielfältige Kombinationsmöglichkeiten hast.


Diese wäre in der beschriebenen Form vor allem für die Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst geeignet.

Kleiderschrank mal einfach: Persönliche Uniform, Outfit-Formeln und Capsule Wardrobe

Beispiele für persönliche Uniformen

Hier kommen einige meiner Lieblingsbeispiele aus dem Internet:

 

  • Hier findest du Inspiration zu einfachen, aber bewährten Outfit-Formeln für lässige Casual Looks
  • Wenn du wie ich den typischen Kleidungsstil der Französinnen magst, dann findest du hier einige typische Outfit-Formeln zum Nachmachen
  • Ich mag diese Beispiele, weil sie zeigen, dass einheitliche Kleidung nicht langweilig sein muss. Einige davon sind traditionell "minimalistisch" (sprich: schlicht und neutral), aber es gibt auch einige expressivere Beispiele, die voller Farbe sind



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Kommentare: 4
  • #1

    Eva (Donnerstag, 08 September 2022 20:22)

    Danke für die Inspirationen und den interessanten Blog-Artikel.

  • #2

    Jenny (Sonntag, 11 September 2022 17:54)

    Super Beitrag, stelle es für mich als Aufgabe zurück... komme aber wieder drauf zurück und freue mich auf mein Ergebnis :-)

  • #3

    Theresa (Sonntag, 11 September 2022 20:10)

    Danke für diese wertvolle Strategie! Ich werde es mir zu Herzen nehmen und aufjedenfall umsetzen.

  • #4

    Biene (Samstag, 17 September 2022 12:54)

    Du sprichst mir aus der Seele: Genauso habe ich es nach der Schwangerschaft gemacht: Leggins, Kleid ggf noch Jacke/Jeansjacke oder Hoodie je nach Kontext, Schuhe immer Chucksartig oder Ballerinas, Farben blau, grün, lila, schwarz, manchmal rot >> weniger Stress, weniger rumgeeier morgens und vor allem nix mehr was irgendwo einschneidet oder nervt.