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TU DAS NICHT! Die 3 größten Fehler beim Erstellen einer Capsule Wardrobe

Capsule Wardrobe erstellen: Anleitung und Beispiele, eigenen Stil finden
Dagmar Schäfer Ordnungscoach Zürich

So klappt dein Einstieg in die minimalistische Garderobe

Die alles entscheidenden Dos und Don'ts, wenn du eine Capsule Wardrobe erstellen willst, die für dich wirklich funktioniert!

Hast du schon mal überlegt, eine Kapsel Garderobe (engl. Capsule Wardrobe) zu erstellen?

 

Oder hast du vielleicht schon einen Versuch hinter dir?

 

Immer mehr Frauen versuchen, ihre Kleiderschränke zu vereinfachen.


Leider klappt das mit dem minimalistischen Kleiderschrank jedoch nicht immer gleich so wie geplant.

 

Ich habe vor ein paar Wochen eine Umfrage auf Instagram gemacht, in der ich gefragt habe, worüber meine Abonnentinnen mehr hören wollen, wenn es ums Aussortieren und Vereinfachen geht, und die Capsule Wardrobe war eines der meistgefragten Themen.


Die meisten Frauen (und auch immer mehr Männer) haben ein großes Interesse daran, ihren Kleiderschrank zu vereinfachen, weil hier sehr viel Potenzial liegt, tagtäglich eine Menge Zeit und Nerven zu sparen. Dir geht es vermutlich ähnlich.


Ich habe bei meiner ersten Capsule Wardrobe einige entscheidende Fehler gemacht, weswegen das ganze Projekt grandios in die Hose gegangen ist.

 

Und ich weiß von anderen, dass es ihnen genauso ging.


Ich fand die Grundidee der vereinfachten, minimalistischen Garderobe aber so gut und wollte das unbedingt für mich umsetzen. Ich hatte soooo sehr die Nase voll hatte von meinem riesigen Kleiderschrank voll „Nix zum Anziehen“.


Also habe ich einen neuen Anlauf gestartet. Und dann noch einen.

 

Und habe schliesslich kapiert, was ich anfangs falsch gemacht hatte und habe verstanden, wieso es für mich zuerst nicht funktioniert hat.

 

Damals gab es zum Thema Capsule Wardrobe noch so gut wie keine Bücher und auch nicht viele hilfreiche Infos im Netz, deshalb musste ich mich da selbst "durchwurschteln".


In diesem Artikel kannst du aus meinen Fehlern lernen und herausfinden, was du beim Erstellen deiner Capsule Wardrobe unbedingt tun und was du besser lassen solltest.

Das erfährst du in diesem Artikel:

  • Die 3 Fehler, die die meisten Frauen anfangs bei ihrer Capsule Wardrobe machen
  • Mein bester Tipp, der deinen Kleiderschrank nachhaltig verändern wird, egal ob mit Capsule Wardrobe oder ohne
  • Ein nützliches Hilfsmittel für dich, wenn du noch nicht weißt, wie du mit deiner Capsule Wardrobe starten sollst

 

 

Dieser Artikel ist ein wenig  länger als üblich, aber bis zum Ende lesen lohnt sich, versprochen!

Capsule Wardrobe Anleitung und Liste

CAPSULE - WHAT?!

Ganz kurz für alle, die mit dem Begriff „Capsule Wardrobe“ noch nicht so vertraut sind:


Eine Capsule Wardrobe ist eine (saisonale) Garderobe mit einer reduzierten Anzahl von Kleidungsstücken (ca. 20-40).


Andere Bezeichnungen sind "Kapsel Garderobe", "Kapsel" oder "minimalistische Garderobe".


Die Teile sind farblich aufeinander abgestimmt, zeitlos und die Kleidungsstücke sind untereinander kombinierbar, so dass mühelos viele unterschiedliche Outfits daraus zusammengestellt werden können.


Wichtig: Eine Capsule Wardrobe ist nicht automatisch eine Garderobe nur aus "langweiligen" Basic-Teilen. Der Begriff "minimalistische Garderobe", der gerne dafür verwendet wird, bezieht sich nur auf die Anzahl der Kleidungsstücke, nicht auf das Design oder die Stilrichtung.

 

Deine Kapsel soll zu dir, deinem Stil und deinem Alltag passen. Sie soll nur Kleidung beinhalten, die für dein Leben wichtig und passend ist und die du wirklich gerne trägst.


Da man bei einer Capsule Wardrobe automatisch weniger kauft und seltener Fehlkäufe macht, kann man stattdessen in gute Qualität investieren.


Die Capsule Wardrobe wird meist nach Jahreszeiten aufgeteilt.
So ändert sich alle 3 oder 6 Monate die Auswahl der getragenen Kleidung. Pro Saison steht dir jeweils eine Zahl von 20-40 Kleidungsstücken zur Verfügung.


Diese Zahl ist nicht in Stein gemeißelt, aber es hat sich bewährt, unter 50 Teilen (inkl. Schuhe und Taschen) zu bleiben. Unterwäsche, Schmuck und Strumpfwaren werden nicht mitgezählt.


In die Capsule Wardrobe gehören typischerweise (Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel) vor allem Klassiker, also Kleidungsstücke mit zeitlosen Schnitten in neutralen Farben (da man diese gut kombinieren kann). Die Qualität sollte möglichst hochwertig sein, da man die Kleidungsstücke häufig trägt.


Ein paar extravagante Teile in Akzentfarben und stylische Accessoires wie Schmuck und Taschen (passend zum persönlichen Stil) dürfen auch nicht fehlen.

Wie bei mir alles begann

Alles hat bei mir vor etwa 10 Jahren mit einem minimalistischen Mode-Experiment begonnen:

 

Vielleicht hast Du schon mal vom Projekt 333 (Link zum Buch) gehört, das in den Anfängen der Capsule Wardrobe von Courtney Carver ins Leben gerufen wurde und dessen Grundidee darin besteht, dass man 3 Monate lang nur 33 Teile trägt.

 

Das habe ich ausprobiert habe, als ich anfing, mich mit Minimalismus und mit dem „Zuviel“, speziell in meinem Kleiderschrank, auseinandersetzen.


Damals war ich ein großer Fan von Modezeitschriften, ich glaube, meine Lieblingszeitschrift war die Glamour.

 

Damals gab es darin immer diese Beiträge, bei denen auf einer Seite eine Auswahl von sieben oder zehn Kleidungsstücken mit einigen Accessoires zu sehen war. Und auf den nächsten Seiten gab es dann Aufnahmen von Outfits, bei denen alles nur aus diesen wenigen Teilen bestand und kreuz und quer miteinander kombiniert war. Und alles war sehr schick und sehr stilvoll.

 

Ich war absolut begeistert von dieser Art von Beiträgen und der Idee dahinter.

 

Ich wollte unbedingt etwas Ähnliches machen, denn zu dieser Zeit hatte ich eine riesige Menge Klamotten (5 Meter Kleiderschrank, prall gefüllt) und trotzdem gefühlt nichts zum Anziehen.


Damals war ich ein absoluter Shopaholic, aber trotz der vielen Kleidung hatte ich nie das Gefühl, dass sie zusammenpasste oder ich einem roten Faden folgte, wenn ich mich morgens anziehen wollte.

 

Ich habe oft ewig für mein Outfit gebraucht und war häufig unzufrieden damit.

 

Ich fühlte mich von den minimalistischen, vielseitigen Kombis aus den Zeitschriften wirklich inspiriert. So etwas wollte ich für mich selbst haben, hatte aber damals noch keinen richtigen Begriff dafür. Jetzt weiß ich, dass ich eine Capsule Wardrobe wollte.


Man kann definitiv sagen, dass das in der Theorie eine tolle Sache ist. 

 

Ich meine, wer möchte nicht eine unkomplizierte Garderobe haben, in der alles zusammenpasst und man immer gut aussieht. Das ist sicherlich der Grund, warum dieses Konzept so beliebt ist.


Auf Pinterest (Bildersuchmaschine) zum Beispiel findet man Unmengen an Inspiration dazu:

 

Perfekt kuratierte kleine Kapsel-Garderoben, oft aus 10-25 Teilen, oft saisonal oder nach Stilrichtung, von der Frühlings- oder Herbst-Kapselgarderobe, der Boho-Kapselgarderobe, der French-Style-Garderobe, der Büro-Kapsel oder der Capsule Wardrobe für frischgebackene Mütter.

 

Fast alles, was man sich in diesem Zusammenhang vorstellen kann, ist auf Pinterest zu finden (meine persönliche Pin-Sammlung dazu findest Du übrigens hier).

Bilder: Pinterest

Es sieht dort immer so einfach und wundervoll und perfekt aus und darum wollen viele Frauen das verständlicherweise auch für sich umsetzen.


Und jetzt kommen wir direkt zu den 3 Fehlern, die viele machen, wenn sie sich zum ersten Mal eine Capsule Wardrobe zusammenstellen wollen. Ich habe diese Fehler auch gemacht, Du darfst also heute gerne aus meinen Fehlern lernen, (gern geschehen 😉).

 

1. Sich nicht am eigenen Stil und Alltag orientieren

Es gibt so viel „perfekte“ Inspiration zum Thema Capsule Wardrobe da draussen, dass man dazu neigt, sich beeinflussen zu lassen und diese einfach zu kopieren und sich eine „Fantasie“-Kapselgarderobe zusammenzustellen, statt einer, die dann auch im echten Leben funktioniert.

 

Die meisten Leute beginnen ja mit der Planung ihrer Capsule Garderobe, indem sie zuerst recherchieren und sich Inspiration holen. So habe ich es auch gemacht. Es gibt tonnenweise Ideen dazu auf Pinterest oder in Zeitschriften.


Kennst du auch diese Artikel, deren Überschriften ungefähr lauten: „Diese 10 Teile sollte jede Frau im Kleiderschrank haben“. Oder „Diese 12 Must-Haves gehören in jede Capsule Wardrobe“.


Ich habe früher solche Artikel geliebt und verschlungen.


Natürlich gibt es bei diesen „Must -Have Listen“ kleine Unterschiede, je nachdem, welche Moderedakteurin oder Bloggerin sie schreibt, aber vieles wiederholt sich. Und dann muss es ja wohl stimmen, oder?

 

Zum Beispiel, dass jede Frau ein klassisches weißes Hemd braucht und jede das perfekte kleine Schwarze. Und jede Frau sollte außerdem einen beigen Trenchcoat haben, eine Jeansjacke, eine schwarze Lederjacke usw. Kennst Du, oder?


Also, was passiert, ist, dass du anfängst, für deine Capsule Garderobe zu recherchieren, und wenn du so tickst wie ich, dann schreibst du eine Liste mit all den Kleidungsstücken, die du einbauen willst.


Das Problem ist, wenn man viel recherchiert und sich inspirieren lässt, kann es passieren, dass die Liste, die man für seine Capsule Wardrobe schreibt, zu einer Fantasie gehört, in der es mehr darum geht, wie man sich gerne kleiden würde oder wie man glaubt, dass man sich kleiden sollte oder was unbedingt in eine Capsule Wardrobe gehören muss, als dass die Liste wirklich das widerspiegelt, was man tatsächlich in der Realität gerne trägt. Dazwischen können Welten liegen!


So ist es mir jedenfalls ergangen mit meiner 33-teiligen Capsule Garderobe- Challenge. Ich wollte es ja unbedingt „richtig“ machen, auch wenn einige Teile dabei waren, die ich bisher nie gerne getragen hatte.

 

Da war dann zum Beispiel das klassische weiße Hemd in meiner 33-Teile-Liste. Braucht frau ja unbedingt. Richtig? Ebenso wie eine blaue Jeansjacke. Absolutes Must-Have-Piece. Die musste dann halt auch mit auf die Liste.

 

Denn wie könnte ich eine „echte“ und „gute“ Capsule-Garderobe ohne diese beiden Dinge haben?  Auch wenn ich im Alltag sonst nie weiße Button-Down-Hemden trage und Jeans-Jacken schon gar nicht.


An sich liebe ich ja die Styles mit dem weiten weißen (Männer-) Hemd, wenn ich sehe, wie andere Frauen sie tragen, vor allem in Zeitschriften, es sieht einfach so klassisch und schick aus. Und natürlich verstehe ich, warum es eine tolle Ergänzung für jeden Kleiderschrank ist.

 

Damals, mit Anfang 30, hatte ich jedoch mindestens 10 Jahre meines Erwachsenenlebens lang kein weißes, weites Button-Down-Hemd getragen, also warum um alles in der Welt dachte ich, dass ich plötzlich damit anfangen würde, es zu tragen, nur weil mir jemand die Vorstellung vermittelt, dass es in eine Capsule Garderobe gehört? Habe ich dann natürlich auch nicht. Stattdessen trage ich heute übrigens gerne ein taillierte weisse Bluse mit Stehkragen (siehe Foto weiter unten in diesem Artikel). Das bin einfach mehr "ich".


Das ist also jetzt nur ein kleines Beispiel für das Problem. Aber Du verstehst, was ich meine, oder?


Das war einer der Hauptgründe, warum mein erstes Experiment mit der Capsule Wardrobe bzw. dem Projekt 333 nicht geklappt hat.

 

Ich war einfach zu sehr davon beeinflusst, was ich dachte, dass ich tragen sollte, was bedeutete, dass meine Capsule Garderobe voll von all diesen Dingen war, in denen ich mich nicht wirklich wohlfühlte, was wiederum bedeutete, dass ich immer noch das Gefühl hatte, nichts zum Anziehen zu haben.


Mein erstes Experiment mit der Capsule Wardrobe ist also grandios gescheitert.


Learning Nr. 1: Deine Capsule Wardrobe muss zu dir passen, nicht du zu ihr.


Dieser Fehler in Bezug auf die Capsule Wardrobe hängt meiner Meinung nach direkt mit dem nächsten Fehler zusammen.

2. Zu perfektionistisch sein

Du willst es von Anfang an perfekt machen.

 

Du hast den Anspruch, dass diese 33 Teile (oder wie viele auch immer) die „Endlösung“ für deine Garderobe und Deinen Stil darstellen müssen.


Jedes Teil soll deshalb rundum perfekt sein und du willst es ab jetzt viele Jahre regelmässig tragen.

 

Diese Erwartung hatte ich damals auch. Nach dem Motto „Wenn, dann richtig.“  


Ich brauchte für meine Kapsel z.B. zwei Paar Jeans, aber es mussten die perfekten Jeans sein. Und ich brauchte das perfekte kleine Schwarze, sowie das perfekte weiße T-Shirt, und so weiter und so fort.

 

Da gibt es nur ein kleines Problem:


Erstens ist das Perfekte im Allgemeinen so gut wie unmöglich. Und wenn du nach Perfektion strebst, wirst du nie mit deiner Capsule Wardrobe zufrieden sein, weil deine hohen Erwartungen mit ziemlicher Sicherheit nie erfüllt sein werden.


Ein Teil des Problems mit unseren Kleiderschränken ist, dass wir unrealistische Erwartungen an unsere Kleidung haben.


Ich habe, wie viele andere auch, Unsicherheiten in Bezug auf meinen Körper, und da denkrt man dann schnell: Wenn ich endlich die perfekte Jeans gefunden habe, wird mein Körper plötzlich auch perfekt aussehen. Aber natürlich lässt keine Jeans der Welt mich auf magische Weise wie jemand aussehen, der ich nicht bin.


Solange man nicht wirklich daran arbeitet, sich selbst zu akzeptieren, wird man immer in diesem Kreislauf bleiben, man wird sich nie zufrieden fühlen mit dem, was man besitzt.

 

Man sucht dann ständig nach dem Nächstbesten und man wird immer das Gefühl haben, dass man noch etwas braucht, noch etwas kaufen muss. Aber danach ist man nie glücklich, weil diese eine neue Sache dann eben auch nicht zu 100% glücklich und zufrieden macht.


Ich glaube, das ist ein wichtiger Grund dafür, warum wir nie mit unseren Klamotten zufrieden sind, egal, ob es sich um eine Capsule Wardrobe handelt handelt oder nicht.


Durch die Capsule Wardrobe wird dieses Gefühl jedoch noch verstärkt, weil man sich dabei denkt:

 

"Es muss jetzt wirklich genau das Richtige sein. Ich verpflichte mich jetzt ja zu diesen wenigen Teilen. Ich sage damit , dass es nicht mehr besser werden kann.“

 

Das kann ein ziemlich beunruhigendes Gefühl sein, denn wir sind ja so daran gewöhnt, immer dem nächstbesten Teil hinterherzujagen.


Was ich damit sagen will: Hüte dich vor Perfektionismus, wenn du deine Capsule Garderobe zusammenstellst.

 

Learning Nr. 2: Deine Capsule Wardrobe muss/kann nicht perfekt sein, sondern soll & darf sich mit dir weiterentwickeln.


Für die "richtige" Capsule Wardrobe gibt es kein universelles Rezept oder eine perfekte Liste – ebenso wenig wie ein strenges Regelwerk. Viel eher handelt es sich dabei um eine Methodik, die erprobt und verbessert werden möchte.


Und damit komme ich zum nächsten Fehler, der auch wieder mit dem Vorherigen, also dem Perfektionismus, zusammenhängt.

3. Wild drauf los kaufen

Wir denken anfangs, wir müssten ganz viel Neues kaufen für unsere „perfekte“ Capsule Wardrobe.


Wenn du beginnst, mit einer Kapsel Garderobe zu experimentieren, solltest du nicht gleich eine riesige Einkaufsliste schreiben.


Wie ich schon sagte, wirst du von deiner Recherche sehr inspiriert sein und vielleicht ein kleines bisschen in Panik geraten, weil du glaubst, von allem die perfekte Version für dich zu brauchen.

 

Du wirst das Gefühl haben, dass dir noch vieles fehlt, um deine ideale Capsule Wardrobe zusammenzustellen. Du wirst dann den Drang verspüren, die fehlenden Teile sofort zu kaufen.

 

So ging es mir auch. Aber ich rate dir heute, es langsam angehen zu lassen und deine Kreditkarte zumindest am Anfang stecken zu lassen.


Zunächst einmal widerspricht es natürlich dem Minimalismus- und Nachhaltigkeit-Gedanken.


Der erste Schritt, um sich mit weniger zu kleiden, sollte niemals darin bestehen, loszurennen und mehr Dinge zu kaufen.


Aber auch wenn Dich der Minimalismus-Aspekt nicht interessiert, empfehle ich dir, dich erstmal mit dem Kaufen zurückzuhalten, denn die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass du sonst eine Menge Dinge kaufst, die du vielleicht bereuen wirst. Und genau davon wollen wir ja weg, oder?


Wenn man in Bezug auf Kleidung zu Perfektionismus neigt und sich von anderen Menschen leicht inspirieren und begeistern lässt, dann kann es sehr schnell passieren, dass man Dinge kauft, die man dann nicht trägt, also die Fehlkäufe von morgen.

 

Learning Nr. 3: Langsam machen mit dem Kaufen neuer Teile

Capsule Wardrobe Anleitung

Das sind also die drei aus meiner Sicht größten Fehler beim Erstellen einer Capsule Wardrobe:

1. Sich von Kleidung inspirieren lassen, die nicht dem eigenen Stil entspricht, also dem „Ideal“ einer Capsule Wardrobe, die man selbst eigentlich nicht wirklich gerne trägt, auch wenn man sie schön findet.


2. In Perfektionismus zu verfallen, statt einfach mal drauflos zu probieren


3. Eine lange Einkaufsliste zu schreiben und unreflektiert all die Dinge kaufen, von denen man glaubt, dass man sie unbedingt braucht, um die Capsule Wardrobe zu vervollständigen und perfekt zu machen.


Das Ergebnis ist, dass man sich in seinen Klamotten oft unwohl fühlt, dass man Schwierigkeiten hat, daraus stimmige Outfits zusammenzustellen und dass man viel Geld für Kleidung ausgibt, die nicht zu einem passt.


Also der gleiche Zustand gleiche wie vorher, nur mit weniger Kleidungsstücken. 🙈🙈🙈


Mein bester Tipp für das Erstellen deiner Capsule Wardrobe

Von diesem Tipp kann jede Frau (und jeder Mann) profitieren, egal ob sie/er eine Capsule Wardrobe haben möchte oder nicht.


Und zwar rede ich von der Erstellung einer persönlichen Uniform.

 

Wenn du mir schon eine Weile folgst, hast du wahrscheinlich schon davon gehört, aber ich werde hier nochmal kurz erklären, worum es dabei geht und wie sie dir den Weg zu deiner Capsule Wardrobe extrem (!) erleichtern kann.


Was ist also eine persönliche Uniform?


Nun, wenn man es ganz extrem sehen will, ist es, jeden Tag genau das Gleiche zu tragen (berühmtes Beispiel: Steve Jobs, der Gründer von Apple, der immer einen schwarzen Rolli, Jeans und Turnschuhe trug).


Manche Leute tragen z. B. jeden Tag ein weißes T-Shirt, eine graue Strickjacke, schwarze flache Schuhe und eine blaue Jeans, und sie haben jeweils 5-7 Paar davon im Schrank.

 

Das macht es natürlich sehr einfach, eine Capsule Wardrobe zu erstellen, oder?


Aber realistisch betrachtet wollen die meisten Menschen natürlich nicht jeden Tag genau das Gleiche tragen.

 

Will ich auch nicht. Ich mag Abwechslung.


Eine persönliche Uniform, wie ich sie definiere, ist deshalb eine feste Kombination aus bestimmten Kleidungsstücken (sozusagen ein „Outfit-Rezept“), wie z. B.:

 

  • Gerade Jeans + lockeres Top + Strickjacke + Sneakers.
  • Skinny Jeans + lockeres T-Shirt + lange Strickjacke + Sneakers
  • Lockeres Midikleid + derbe Schnürboots + Jeansjacke


Farben, Muster & Details können variieren, aber das Grund-Rezept (die „Formel“ für das Outfit) ist immer das gleiche:

Beispel einer Outfitformel für die Capsule Wardrobe

Von diesen Outfit-Rezepten, oder Outfit-Formeln, wie man sie auch nennt, kannst du eine haben oder mehrere, je nach Lebens-Bereich und Geschmack.

 

Du kannst z.B. eine Outfit-Formel fürs Büro haben, eine für die Freizeit, eine für Zuhause usw., je nachdem wie dein Alltag aussieht.


Das ist ein einfacher Weg, um den Stress bei der Auswahl deiner Outfits zu reduzieren und zu vermeiden, dass du dich vor deinem Kleiderschrank verzettelst.


Wenn du dich nach einer für dich bewährten Outfit-Formel kleidest, dann ist diese erprobt und getestet und es kann dabei nicht viel schiefgehen.

 

Du kannst dann sicher sein, dass du dich in deiner Kleidung wohlfühlen wirst und musst das Rad nicht täglich neu erfinden. Man hält sich an das, was funktioniert, und das gibt einem Sicherheit. Und trotzdem kann man sehr kreativ dabei sein, wenn man will.

 

Wenn du eine persönliche Uniform (oder mehrere) für dich gefunden hast, dann weisst du genau, was dir gefällt, und kaufst praktisch keine Kleidung mehr, die du dann nicht trägst.


Lust, das mal auszuprobieren? In diesem Artikel findest du eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nachmachen für deine persönliche Uniform: Die persönliche Uniform: Einfacher anziehen geht nicht!

 

Wenn du übst, dich nach deiner persönlichen Uniform zu kleiden und nach und nach alles aussortierst, was nicht dazu passt, dann brauchst du nicht mal unbedingt eine Capsule Wardrobe, denn dann hast du bereits eine enorme Vereinfachung deiner Garderobe erreicht, die dir täglich viel Zeit und Nerven spart und für Outfits sorgt, in denen du dich gut fühlst.

Von der persönlichen Uniform zur Capsule Wardrobe

Wenn Du den Schritt von der persönlichen Uniform zur Capsule Wardrobe gehen möchtest, dann hast du bereits deine bewährten 1-3 Outfit-Formeln als Basis und musst diese nur noch „füllen“ mit passenden Kleidungsstücken, die sich vielseitig miteinander kombinieren lassen und die zu deinem Leben und deinen „Anlässen“ passen.

 

Das macht es sooooo viel einfacher, als bei Null anzufangen!


Du kannst natürlich immer noch in Zeitschriften oder auf Pinterest stöbern (mache ich auch), aber letztendlich sollte alles, was du in deine Capsule Wardrobe aufnimmst, etwas sein, das du in die „Uniformen“, die du bereits hast, integrieren kannst.


So vermeidest du es, eine unrealistische „Fantasie“-Capsule Wardrobe zu erstellen, die nicht zu dir passt, wie ich es oben unter Punkt 1 beschrieben habe.


Auf diese Weise schaffst Du Kombinationen und Outfits aus einer überschaubaren Anzahl an Teilen, die du wirklich gerne trägst und die gut zueinander passen.

 

Und genau das ist ja schließlich die Definition einer Capsule Wardrobe!

 

Noch ein wichtiger Hinweis zur Planung deiner Uniform(en) und der Capsule Wardrobe:


Achte darauf, das auszuwählen, was du wirklich gerne trägst, und nicht das, was du glaubst, gerne zu tragen (ich wiederhole mich, aber das ist wirklich soooo wichtig).


Was ich damit meine: Oft gibt es einen großen Unterschied zwischen den Klamotten, von denen wir glauben, dass sie uns gefallen (weil wir sie an anderen toll und stylish finden), und den Klamotten, die wir morgens wirklich dem Schrank holen und mit denen wir uns jeden Tag wohlfühlen.


Erstere sind unsere Schrankhüter und Fehlkäufe, die wir zwar schön finden, aber nicht tragen.

 

Diese machen bei sehr vielen Frauen bis zu 80% des Kleiderschrank-Inhalts aus!

 

Logisch, dass solche Teile in einer Capsule Wardrobe aus nur 20-40 Teilen nichts zu suchen haben, sonst haben wir am Ende ja wirklich nichts mehr zum Anziehen 😉.


Wichtig bei einer Capsule Wardrobe: Testen und Verfeinern ist Pflicht und gehört einfach dazu. Dein Stil und deine Vorlieben ändern sich manchmal und entwickeln sich weiter.

Wie ich meine Capsule Wardrobe heute erstelle:

Dagmar Schäfer Capsule Wardrobe Anleitung

Ich persönlich stelle meine Capsule Wardrobe immer pro Saison zusammen, wechsle also etwa alle 3 Monate einige Teile der Kapsel aus, je nach Jahreszeit.


Meine Capsule Wardrobe habe ich immer an einer separaten Kleiderstange im Schlafzimmer.


Im Kleiderschrank befinden sich die Teile, die gerade nicht Teil der Kapsel sind sowie Unterwäsche, Socken, Strümpfe, Schlaf- und Homewear.


Nach jeder Saison gehe ich über die Bücher und schaue, welche Teile der Kapsel ich oft und gerne getragen habe und welche vielleicht nicht und warum.

 

Dann sortiere ich direkt aus und füge die Teile für die neue Saison hinzu.

 

Ich probiere dafür verschiedene Outfits und Kombinationen an und mache von allen Spiegel-Selfies, die mir dann morgens auch als „Spickzettel“ dienen, wenn ich mal uninspiriert bin.


Capsule Wardrobe Anleitung

So, ich hoffe, das war hilfreich für dich.

 

Ich weiß, dass es dieser Artikel ein bisschen anders ist als die meisten Capsule-Wardrobe-Tipps da draußen.

 

Ich sage dir hier nicht, was für Teile du für deine minimalistische Garderobe unbedingt brauchst oder wie viele Hosen, Farben, Muster, T-Shirts oder Schuhe du insgesamt verwenden sollst.


Denn genau das ist der Punkt, an dem so viele Frauen scheitern:

 

Weil sie verkrampft versuchen, Trends zu folgen, 1:1 starre Vorgaben umzusetzen oder glauben, das tragen zu müssen, was sie an anderen Frauen schön finden oder was uns gerne als „absolute Must-Haves“ verkauft wird und sie sich dann letztendlich komplett „verkleidet“ fühlen.


Denn wie schon gesagt, ist das, von dem wir glauben, es tragen zu wollen nicht unbedingt das, was uns am besten steht oder was uns beim Tragen ein gutes Gefühl gibt. Und letztendlich spielt es keine Rolle, wie schön ein Kleidungsstück ist, wenn du es dann nicht trägst oder dich nicht wohl darin fühlst.


Du hättest es lieber ein wenig konkreter?

 

Wenn es Dir sehr schwer fällt, den Zugang zur minimalistischen Garderobe zu finden und du zum Ausprobieren erstmal ein einfaches „Rezept“ haben möchtest, dann schau Dir meine kostenlose Mini-Capsule-Wardrobe-Vorlage (hier klicken) an.

 

Darin habe ich eine kleine Capsule Wardrobe aus 15 ziemlich universellen Teilen zusammengestellt, die fast jede Frau so oder so ähnlich bereits im Schrank hat, inkl. Kombinationsvorschlägen.

 

Du kannst sie natürlich nach Belieben für Dich anpassen, brauchst also nicht genau die Teile, die Schnitte oder die Farben zu verwenden, die abgebildet sind. Aber das gibt dir schon mal eine gute Grundidee und du lernst das Prinzip kennen.

Mini Capsule Wardrobe Vorlage Ordnungswunder

Wirf auch unbedingt einen Blick auf meine Anleitung für die persönliche Uniform (hier klicken).

 

Ich kann sie wirklich jeder Frau ans Herz legen.

 

Für mich hat sie so vieles positiv verändert und mir die Freude am Anziehen und Kombinieren zurückgegeben, in einer Phase, in der ich einfach nur noch genervt und überfordert von meinem Kleiderschrank war.

 

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit dem Erstellen einer Capsule Wardrobe?

 

Lass gerne einen Kommentar da (bitte runterscrollen bis zum Kommentarfeld), und erzähle, wie es dir damit ergangen ist!

 


Lust auf eine Capsule Wardrobe?

Hier geht's zur 1:1 Beratung (die verfügbaren Plätze sind stark limitiert).

 

Hier (LINK) geht's zum meiner anderen Website SCHRANK TRIFFT STIL, wo sich alles um die Capsule Wardrobe dreht. 🩷




Hol dir meine 3 Praxis-Leitfäden für guten Stil und  richtig tolle Outfits!



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Kommentare: 5
  • #1

    Nathalie (Donnerstag, 09 März 2023 20:33)

    Wow danke, deine Tipps sind einfach toll! Ich spiele mit dem Gedanken eine Capsule Wardrobe zu erstellen und obwohl ich mich noch nicht richtig damit auseinandergesetzt habe, hatte ich das Gefühl meine Garderobe mit neuen Teilen ergänzen zu müssen.
    Danke, Danke Danke :)

  • #2

    karla pfenning (Samstag, 23 September 2023 10:00)

    Hallo liebe Dagmar,
    ich hatte vor kurzem eine Farb- und Stilberatung.Ich kenne jetzt meine Farben, meinen Figurtyp und alles was ihn vorteilhaft aussehen lässt, nur leider klappt es mit der Umsetzung garnicht.Ich finde einfach nichts passendes, weder online noch im stationären Handel.Ein Problem habe ich auch mit den empfohlenen figurnahen Schnitten, die sehr meinen Bauch betonen.
    Hast du einen guten Tipp wie ich damit umgehe??

    Liebe Grüße
    Karla

  • #3

    Simone (Donnerstag, 23 November 2023 20:36)

    Danke, ich habe es wirklich gerne bis zum Ende gelesen!!

  • #4

    Tina (Samstag, 16 Dezember 2023 21:23)

    Vielen Dank für deine tollen Tipps

  • #5

    Leonie (Sonntag, 21 Januar 2024 21:29)

    Spannende Punkte - danke für den Bezug zu „diese 10 teile sollte jede Frau“. Ich hasse weiße Blusen, ich kann kurze Kleider nicht leiden und hohe Schuhe sind mir als zweifach-Mama eine viel zu große Belastung für die Füße. Die eigene passende Uniform finden ist ein toller Tipp.