Hortest Du noch oder lebst Du schon?



Tipps für effektives und befreiendes Ausmisten inklusive 15 entscheidenden Fragen, die Dir garantiert helfen werden, ans Ziel zu kommen.

 

 

«A happy life is filled with purpose, not possessions.»

Francine Jay

 

 

Suchst Du ständig irgendwelche Dinge? Bist Du gefühlt dauernd am Aufräumen, Wegräumen und Putzen aber irgendwie wirkt es doch nicht richtig? Möchtest Du keinen Besuch einladen, weil Du mit Deiner Wohnung nicht mehr glücklich bist oder Dir die Unordnung peinlich ist? Fühlst Du Dich von der Menge Deines Besitzes überfordert und hast vielleicht sogar ganz den Überblick verloren?

 

Dann ist es Zeit, Deinen Besitz zu reduzieren, um wieder ein ordentliches, übersichtliches und dauerhaft gepflegtes Wohlfühl-Zuhause zu bekommen, in dem Du richtig gut entspannen kannst.

 

Du befreist Dich von unnötigem Kram, nicht benutzten Dingen und überflüssigen Möbeln. Ballast abwerfen befreit die Seele. Ordnung mit System spart ausserdem Zeit beim Reinigen und lässt Deine Zimmer offener, grösser und heller wirken.

 

Dein Zuhause zu entrümpeln bedeutet jedoch nicht, dass Du nun zum absoluten Minimalisten werden musst. Die Menge Deines Besitzes bestimmst Du selbst.

 

Was aber als roter Faden sehr hilfreich ist, egal von wie vielen Dingen Du Dich trennen möchtest: Behalte nur Dinge, die Dich glücklich machen oder die Du magst, weil sie einen für Dich wichtigen Zweck erfüllen und einen ausschliesslich positiven Beitrag zu Deinem Leben leisten.

 

Wie Du herausfindet, welche Deiner Besitztümer Dich glücklich machen, dazu findest Du hier mehr.

 

Die Dinge, die bleiben dürfen, bekommen alle ihren festen Platz, an den sie direkt nach Gebrauch immer wieder zurück gelegt werden.

 

Nach dem Ausmisten wird sortiert und die verbleibenden Dinge mit System neu eingeräumt.

 

Wenn Du erstmal Deinen inneren Schweinehund überwunden und angefangen hast, dann wirst Du sehr wahrscheinlich sogar Spass am Ausmisten haben. Und ganz sicher wirst Du dadurch dann in Zukunft im Alltag sehr viel Zeit und Nerven sparen.

 

Entrümpeln ist eigentlich ganz einfach, wenn man nach dem oben genannten Prinzip vorgeht.

 

Dabei verschaffen wir uns zuerst mal einen Überblick, indem wir alle (ja, ALLE!;-)) Gegenstände der gleichen Kategorie ausräumen und zusammen auf einen Haufen legen.

 

Nun nimmst Du ein Teil nach dem anderen in die Hand und prüfst es darauf, ob es Dir ein gutes (Bauch-)Gefühl verschafft oder aus praktischen Gründen wirklich dringend benötigt wird und somit Dein Leben wirklich bereichert. Wenn die Antwort in beiden Fällen «nein» lautet: Weg damit! Gut Erhaltenes oder Wertvolles kannst Du z.B. verschenken oder verkaufen, der Rest wird entsorgt.

 

Bei dieser Technik fragt man also ganz bewusst nicht «was muss weg?» sondern im positiven Sinn «was soll bleiben?» und greift sich bewusst seine Lieblingsteile heraus, die man weiterhin gerne um sich haben möchte.

 

Dabei solltest Du Dir immer ein Zeitlimit setzen für das Treffen einer Entscheidung, denn das bewirkt, dass Du Dich mehr auf Deine Intuition verlässt und Dir Dein Verstand weniger «reinquatscht».

 

Abschied auf Raten?

 

Beim Entrümpeln gibt es unterschiedliche Wege und Strategien. 

 

Manche geraten regelrecht in einen Ausmist-Rausch und folgen rigoros dem oben genanntem Prinzip, bis innerhalb kurzer Zeit der angestrebte Idealzustand erreicht ist. Andere gehen es langsamer an und praktizieren das Abschiednehmen behutsam über mehrere Wochen und in kleinen Häppchen. Wieder andere packen die Dinge, bei denen sie sich nicht sicher sind, ob sie sich von ihnen trennen wollen, in Kartons und holen sich einen Monat lang nur die Dinge zurück, die sie wirklich brauchen und der Rest wird dann entsorgt.

 

Ganz egal, welchen Weg Du für Dich wählst, wenn es einmal «klick» im Kopf gemacht hat und Du gespürt hast, dass weniger Besitz mehr Lebensqualität bedeutet, dann wirst Du sicher ans Ziel gelangen.

 

«Harte Nüsse»?

 

Besonders schwer fällt uns oft die Trennung von eigentlich ungeliebten/nur geduldeten Gegenständen, die wir z.B. geschenkt bekommen haben, die wir mit sentimentalen Erinnerungen verbinden oder die sehr viel Geld gekostet haben (z.B. Designer-Fehlkäufe…).

 

Das liegt daran, dass wir beim Gedanken so einen Gegenstand zu entsorgen, bewusst oder unbewusst Schuldgefühle empfinden. Sortiere diese Dinge dennoch getrost aus, denn sie sind keine Hilfe zu einem harmonischen und freien Leben.

 

Bei Geschenken zählt vor allem die Geste, dies ist das wahre Geschenk und das bleibt, auch wenn der Staubfänger nicht mehr da ist.

 

Ein Gegenstand, der für Dich ein Symbol für einen besonderen Moment ist oder der eine besondere Zeit in Deinem Leben symbolisiert, ist nicht diese Zeit oder dieser Moment. Die Erinnerung kann Dir keiner nehmen, auch ohne den Gegenstände. Du kannst z.B. ein Foto davon machen und ihn dann ohne Schuldgefühle entsorgen. Oft befreit man sich dabei auch (evtl. unbewusst…) gleichzeitig von unangenehmen «Altlasten» und überholten Gefühlen.

 

Dass etwas sehr teuer war, ist kein Grund es zu behalten, wenn es ungeliebt ist oder nicht genutzt wird. Das Geld hast Du bereits ausgegeben, das ist weg und durch Deine Schuldgefühle zahlst Du sogar noch drauf. Da macht es viel mehr Sinn, dass jemand anderes, der wirklich Verwendung dafür hat, das Teil nutzt, statt dass es bei Dir vor sich hin staubt und keine Wertschätzung erfährt. Evtl. kannst Du es ja sogar verkaufen und etwas Geld damit etwas verdienen.

 

Denkanstösse!

 

Hier folgen nun 15 sehr hilfreiche Fragen*, die Du Dir immer dann stellen solltest, wenn Dir die Entscheidung «bleibt oder geht» für einen Gegenstand sehr schwerfällt (z.B. weil Dein Bauchgefühl und Dein Verstand gerade nicht auf einer Wellenlänge funken).

 

Wichtig: Sei ehrlich zu Dir selbst und achte gut auf Dein Bauchgefühl!

 

● Gibt mir der Gegenstand ein ausschliesslich gutes Gefühl?

Ja? -> Behalten!

 

● Hat der Gegenstand einen ganz besonderen Wert für mich und/oder habe ich eine Leidenschaft für den Gegenstand?

Ja? -> Behalten!

 

● Ist mir der Gegenstand im Alltag regelmässig sehr nützlich oder sogar unentbehrlich?

Ja? - > Behalten!

 

● Würde ich den Gegenstand noch einmal kaufen?

Nein -> Weg damit!

 

● Hatte ich vor dem Ausmisten vergessen, dass ich den Gegenstand noch habe?

Ja? -> Weg damit!

 

● Habe ich den Gegenstand mehrfach und benötige ihn eigentlich nur einmal?

Ja? -> Weg damit!

 

● Brauche ich eine Rechtfertigung, warum ich den Gegenstand noch behalten sollte, obwohl ich ihn eigentlich lieber los wäre (z.B. hoher Kaufpreis, Geschenk, Erinnerungsstück etc.)?

Ja? -> Weg damit!

 

● Wäre ich traurig, wenn der Gegenstand weg wäre oder verloren ginge? Würde ich ihn vermissen?

Nein -> Weg damit!

 

● Stört oder nervt mich der Gegenstand auf irgendeine Art und Weise?

Ja? -> Weg damit!

 

● Verwende ich den Gegenstand weniger als 1x pro Jahr?

Ja? -> Weg damit!

 

● War der Gegenstand ein Fehlkauf oder passt er mir nicht (bei Kleidung/Schuhen)?

Ja? -> Weg damit!

 

● Habe ich mir den Gegenstand nur aus Prestigegründen gekauft, um andere zu beeindrucken oder etwas darzustellen, was ich sein möchte, aber nicht bin?

Ja? -> Unbedingt weg damit!

 

● Ist der Gegenstand nur in meinem Besitz, weil «man» so etwas hat?

Ja? -> Weg damit!

 

● Macht mich die «Last dieses Besitzes» unglücklich?

Ja -> Weg damit!

 

● Macht mir der Gegenstand mehr Arbeit/Aufwand/Mühe oder Kosten als dass er mir nützt und mich erfreut?

Ja? - > Weg damit!

 

Wichtig: «Weg damit» heisst nicht automatisch, dass Du den Gegenstand wegwerfen musst. Wenn er noch gut erhalten ist könnte er vielleicht eine andere Person glücklich machen (Verschenken, Brockenhaus, Garagenflohmarkt…?) oder Du kannst ihn verkaufen (Ebay, Ricardo, Tutti…)?

 

Hast Du schon eigene Erfahrungen mit dem «Trennungsprozess» gemacht?

Wovon konntest Du Dich nur sehr schwer trennen und wie hast Du es trotzdem geschafft?

War es im Nachhinein die richtige Entscheidung?

Ich würde mich über einen Kommentar von Dir sehr freuen☺!

 

 

«There are only two reasons why we cannot let go of something:

An attachment to the past or a fear for the future.»

Marie Kondo

 

 

 

*Fragen adaptiert aus «Räum Dich frei» von Daniela Gisin und Axel Krumsick

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