15 häufige Fehler beim Einrichten - und wie Du sie vermeidest



Ausmisten, aufräumen, mit System ordnen, sich nur noch mit Lieblingsdingen umgeben – das ist schon mal ein Riesenschritt in Richtung Wohlfühlzuhause, da stimmst Du mir wahrscheinlich zu, denn sonst wärst Du wohl nicht hier bei mir gelandet ;-).

 

Doch was, wenn Dein Zuhause sich nach dem ganzen Aufräumprozess noch immer nicht so richtig gut anfühlt?

 

Du hast lehrbuchmässig aufgeräumt, aber die Zimmer fühlen sich noch immer irgendwie «unordentlich» an?

Es fehlt die Behaglichkeit, die Wohnung strahlt keine Ruhe aus, lädt nicht zum Verweilen ein, sie inspiriert Dich einfach nicht?

 

Dann stimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas mit Deiner Einrichtung nicht.

 

Es sind manchmal eher subtile Dinge, die man nicht auf den allerersten Blick realisiert, die aber eine grosse Wirkung auf die Atmosphäre und das Wohngefühl haben.

Die folgenden 15 Fehler passieren selbst Leuten mit Stilgefühl.             Hier liest Du, wie Du sie vermeidest.

1. Zu viele Farben und Materialien mixen

Der Fehler: Manche Räume wirken unharmonisch und unruhig, ganz egal, wie viel Mühe man sich beim Aufräumen gibt. Der Grund: Zu viele Farben, Materialien und Stile produzieren ein optisches Durcheinander und verhindern, dass die aufgeräumte Wohnung Ruhe ausstrahlt. Und wenn dann auch noch der übliche Alltagskrempel herumliegt, ist das Chaos perfekt.

 

So machst Du es richtig: Wähle für Deine Möbel eher neutrale und natürliche Farben und Materialien, zum Beispiel Weiß, gedeckte Töne plus Holz, Stein oder Messing. Auf diese Weise kannst Du sogar Möbel, Textilien und Accessoires ganz unterschiedlicher Stilrichtung und Optik mixen und die Einrichtung immer wieder ändern oder erweitern – es wird trotzdem harmonisch aussehen. Und die Farbtupfer kommen beim Wohnen von ganz allein oder können durch Deko und Wohntextilien bewusst gesetzt werden.

2. Zu große oder zu kleine Möbel im Verhältnis zur Raumgrösse

Der Fehler: Es gibt Räume, die wirken irgendwie falsch proportioniert, obwohl man zunächst nicht genau sagen kann, woran das liegt. Häufiger Grund: Die Möbel sind im Verhältnis zum Raum zu groß oder zu klein. Ein kleiner Tisch, ein zierliches Schränkchen oder ein schmales Zweiersofa wirken in einem geräumigen Zimmer leicht verloren, während ein XXL-Sofa im kompakten Stadtwohnzimmer den Raum sofort optisch zusammenschrumpfen lässt, besonders wenn dann noch Sideboard, Sessel oder Bücherregal hinzukommen.

 

So machst Du es richtig: Die Größe der Möbel auf die Raumdimensionen abstimmen. Kleine Räume brauchen kompakte Möbel und filigrane Linien, große Räume vertragen große Möbel, voluminöse Lampen und raumgreifende Sitzgelegenheiten. Ausnahme: Ein großer Esstisch oder ein grosses Sofa wirken in einem kleineren Raum dann nicht deplatziert, wenn sie das einzige (größere) Möbelstück im Raum sind.

 

3. Denken, dass sich der Aufwand nicht lohnt

Der Fehler: Sich an provisorische Wohnlösungen zu gewöhnen. Spätestens nach ein paar Wochen hat man sich ans ungemütliche Licht, die kahlen Wände, die nackte Glühbirne, das hässliche Sofa oder die alten Plastikstühle gewöhnt. Richtig froh wird man damit aber sicher nicht.

 

So machst Du es richtig: Investiere ein wenig Zeit und Mühe in Dein Zuhause. Wen der Aufwand abschreckt, der vergisst dabei, dass er beinahe jeden Tag Zeit in seinem Zuhause verbringt, und sei es nur für wenige Jahre. Was ist dagegen schon ein einzelnes Wochenende, das man ins Verschönern der Wohnung investiert – und über dessen Ergebnis man sich anschliessend jeden Tag freut?

 

4. Seine tatsächlichen Wohnbedürfnisse ignorieren

Der Fehler: Ein empfindliches Sofa aus hellem Leder, obwohl man kleine Kinder hat; ein riesigier Esstisch, der so gut wie nie genutzt wird, weil die Küche enfach viel gemütlicher ist; ein Hochglanz-Sideboard, auf dem man jeden Fingerabdruck sieht, ein schicker Designer-Sessel, auf dem nie jemand sitzt, weil er unfassbar unbequem ist ... Wer beim Einrichten seine wahren Bedürfnisse ignoriert, wohnt zwar vielleicht schick, aber dafür ziemlich unentspannt.

 

Viel besser: Frage Dich ehrlich, was Du wirklich brauchst um Dich wohlzufühlen und wie Du es im Alltag nutzt und richte Dich dann entsprechend ein. Und falls Du bereits Fehlanschaffungen gemacht hast, sei so mutig sie zu korrigieren.

 

5. Deko-Overkill

Der Fehler: Eine kleine Armee von Vasen, Schalen und Kerzenhaltern, so dass kaum Platz auf dem Sideboard und der Fensterbank bleibt, und das Sofa besteht fast nur aus Kissen? Deko ist toll und auch wichtig für eine persönliche Einrichtung, es macht riesigen Spass sie auszusuchen, und mit all den schönen Stücken könnte man eigentlich locker 3 Wohnungen dekorieren. Doch irgendwann ist es einfach zu viel, und es nervt, wenn vorm Staubwischen immer erst alles aufwändig weggeräumt werden muss oder man nach einem Fernsehabend mühsam einen wahre Kissenburg aufschütteln und neu arrangieren muss. Und man tut den schönen, sorgfältig ausgesuchten Stücken auch keinen Gefallen, wenn sie in der Menge untergehen und so ihre Wirkung verlieren.

 

So machst Du es richtig: Verringere die Anzahl der Kissen je nach Sofagröße auf 3 bis 5 Stück. Kissenbezüge brauchen nicht viel Platz im Schrank und Du kannst sie regelmässig auswechseln und so dem Raum immer wieder mal einen neuen Look verpassen. Und Deko solltest Du auch auf einige Lieblingsstücke reduzieren, der Rest wandert in eine Aufbewahrungsbox für Deko. Zu schade? Dann wechsle ab und tausche Deine Deko z.B. alle paar Wochen aus. Das hält Sachen nicht nur staubfrei, sondern verleiht Deinem Zuhause auch immer wieder einen neuen Akzent.

 

6. Augenmass statt Metermass

Der Fehler: Du stehst im Möbelhaus und denkst Dir: das L-Sofa passt bei mir locker rein, bei diesem Tisch bleibt sicherlich noch genug Platz zur Wand, in der Ecke würde der Sessel super aussehen, und daneben passt noch der hübsche Beistelltisch…. Kommt Dir das bekannt vor? Vorsicht! Wer nicht mit den korrekten Massen arbeitet, sondern sich nur auf sein Auge oder seine Erinnerung verlässt, der liegt todsicher öfter mal (voll) daneben und macht einen Fehlkauf. Und Möbel umtauschen ist ja ziemlich mühsam und mit ordentlich Aufwand verbunden. Da ist die Gefahr gross, dass man letzendlich mit Möbelstücken lebt, über die man sich ständig ärgert, weil sie über- oder unterproportioniert sind.

 

So machst Du es richtig: Greife vorher zum Zollstock und notiere Dir die genauen Werte, die für die neuen Möbel zur Verfügung stehen und wieviel Platz Du drumherum brauchst, z.B zum Öffnen von Schränken, Schubladen oder Türen. Und bedenke auch noch die Funktion: So benötigt ein Tisch zum Beispiel noch 80 cm Raum um sich für Stühle. Nur so vermeidest Du es, dass ein Zimmer später viel zu klein oder auch zu groß für Deine Neuanschaffungen ist.

7. Angst vor Wandfarben und Tapeten

Der Fehler: Die meisten Menschen wohnen in 0815-Weiß. Aber nicht, weil es ihnen so am besten gefällt, sondern weil sie sich vor dem Streichen oder Tapezieren fürchten: Zu auffällig, zu aufwändig. Und was, wenn einem der Farbton oder das Muster nach ein paar Jahren nicht mehr gefällt? Und so lassen sie leider eines der einfachsten und wirkungsvollsten Mittel für mehr Atmosphäre und tolle Wohneffekte ungenutzt.

 

So machst Du es richtig: Wandfarbe heißt nicht zwangsläufig Knallfarbe. Probiere zum Beispiel mal gedeckte Beige- Grün- oder Grautöne in allen Schattierungen aus – die verändern die Raumatmosphäre spürbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und passen zu fast allem. Ausserdem kann man sie ohne grossen Aufwand wieder übermalen. Wichtig: hochwertige, hochpigmentierte Wandfarbe verwenden. Wer den Aufwand scheut, streicht einfach nur eine einzelne Wand. Das allein kann bereits eine umwerfende Wirkung haben.

Schon mal Vliestapeten ausprobiert? Die gibt es inzwischen in wundervoll ästhetischen Mustern und Farben und für jeden Geschmack, sie sind kinderleicht anzubringen und wenn man sie nicht mehr will, kann man sie ganz leicht wieder abziehen.

8. Unstrukturierte Räume

Der Fehler: Räume, die mehreren Zwecken dienen, also etwa Wohnen und Essen, wirken oft wie eine planlose Ansammlung von Möbeln und Stilen, ohne sichtbare Strukturierung und Abgrenzung der einzelnen Bereiche. Ein Zimmer, dem es an Struktur fehlt, wirkt irgendwie immer unordentlich – selbst wenn es aufgeräumt ist.

 

So machst Du es richtig: Unterteile den Raum in Zonen, die Du voneinander abgrenzt. Hilfsmittel Nummer 1 sind Teppiche zum optischen Einrahmen eines Bereiches, sowie Sideboards, Regale und Sofas als Raumtrenner oder Bilder-Arrangements an den Wänden. Meistunterschätzter Faktor ist das Licht: Eine Leuchte über dem Esstisch und mehrere Tisch- oder Stehlampen am Sofa schaffen ebenfalls unterschiedliche Zonen im Raum.

9. Stiefkind Flur

Der Fehler: Chaotische Schuhregale, vollgehängte Garderobenhaken, ungemütliches Licht – obwohl der Flur der erste Raum ist, den man von einer Wohnung sieht, erfährt er beim Einrichten oft am wenigsten Aufmerksamkeit. Was wahrscheinlich daran liegt, dass man sich dort üblicherweise nicht lange aufhält und der Nutzwert nun mal im Vordergrund steht.

 

So machst Du es richtig: Der Flur ist die Visitenkarte Deines Zuhauses, und der erste Eindruck ist ja bekanntlich der entscheidende. Daher verdient der Flur mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit beim Einrichten wie alle anderen Räume. Und: Gerade weil man sich dort nicht lange aufhält, ist er perfekt geeignet, um Stilwillen zu beweisen – zum Beispiel mit einer Wandfarbe oder einer ausgefallenen Leuchte.

Für Ordnung sorgen abgeschlossenen Schuhschränke, ein schöner Korb für Mützen und Schals, ein Wandregal oder Beistelltisch für Schlüssel und Kleinkram und eine strenge Kleiderhaken-Politik (zwei Jacken pro Person, der Rest muss in den Schrank).

10. Fieses Licht

Der Fehler: Es ist eigentlich kein Geheimnis, dass eine einzige, grelle und kalte Lichtquelle an der Zimmerdecke jede Atmosphäre und Behaglichkeit im Keim erstickt. Allerdings hat sich diese Erkenntnis noch längst nicht in jeder Wohnung manifestiert.

 

So machst Du es richtig: Wer nicht in kalter Fabrikhallenatmosphäre leben will, sollte die starke Deckenleuchte nur beim Saubermachen anschalten und ansonsten lieber auf verschiedene Steh- und Tischleuchten mit warmem Licht setzen. Lichtquellen, die indirektes oder gedämpftes Licht spenden, verleihen dem Raum Tiefe und helfen, ihn zu gliedern.

11. Alle Möbel an der Wand entlang stellen

Der Fehler: Gerade große Räume wirken oft langweilig oder unharmonisch, wenn alle Möbel in Reih und Glied an der Wand entlang stehen und in der Mitte ein großer Freiraum bleibt, den man nicht so recht zu nutzen weiss.

 

So machst Du es richtig: Spiele mit den Stellmöglichkeiten: Mache ein Sideboard oder Regal zum Raumtrenner, wenn die Größe des Zimmers es zulässt. Stelle das Sofa in den Raum, um eine Sitzecke abzutrennen, oder drehe den Schreibtisch einfach mal um 90 Grad. Bei wenig Platz reicht es oft auch schon, das Sofa etwas von der Wand zu rücken und leicht schräg in eine Ecke zu stellen. Einfach mal etwas herumprobieren, dann wirst Du vielleicht mit einem völlig neuen Raumgefühl belohnt.

12. Mit hässlichen Haushaltsgegenständen oder Produkten das Gesamtbild ruinieren

Der Fehler: Eigentlich seltsam: Beim Einrichten achten die meisten Menschen auf Qualität, harmonische Farben und Ästhetik – und zerstören Ihren Wohnstil dann mit grellbunten Spüllappen, hässlichen Verpackungen und agressiv bedruckten Produkten (z.B Seife, Spülmittel, Müsli, Teebeutel…). Das sind Details, die einen großen Unterschied machen können und etwas, dass glücklicherweise leicht zu korrigieren ist.

 

Viel besser: Spülmittel, Seife etc. in neutrale Pumpflaschen umfüllen, schöne Vorratsdosen und Gläser kaufen, Spüllappen und Geschirrtücher durch hübsche und zur Einrichtung passende Textilien ersetzen. Der Aufwand ist gering – und die Wirkung gross. Meist merkt man erst hinterher richtig, wie störend diese Dinge vorher optisch waren.

13. Bilder planlos an den Wänden verteilen

Der Fehler: Ein Bild pro Wand, das verloren in Mitte hängt? Sieht verloren, willkürlich und nicht sehr ästhetisch aus. Sieht man aber trotzdem häufig.

 

So machst Du es richtig: Gruppendynamik. Gruppiere Deine Bilder lieber zu einem Ensemble, das einen ganzen Teil der Wand einnimmt – entweder frei arrangiert oder geometrisch ausgerichtet. Das sieht nicht nur viel besser aus, sondern ist auch ein wirkungsvolles Mittel, um den Raum zu gliedern. Einzelbilder wirken weniger verloren, und kommen besser zur Geltung, wenn sie nicht verloren in der Wandmitte hängen, sondern gemeinsam mit Sideboard, Regal oder Beistelltisch eine optische Einheit bilden. Also: Bilder mal tiefer hängen, weg von der Mitte oder einfach auf den Boden stellen, and die Wand angelehnt (funktioniert toll für grössere Bilder).

14. Einrichtung wie im Möbelhaus

Der Fehler: Wer will schon so steril wohnen wie im Möbelkatalog? Vermutlich die Wenigsten. Erstaunlich viele Leute tun es trotzdem – und statten ihr Zuhause in einem Schwung mit zueinander passenden Möbeln aus. Ein Raum, eingerichtet wie im Möbelhaus, wirkt meist sehr unpersönlich, es feht der Charme, die Behaglichkeit und die persönliche Note und die Einrichtung lässt leider auch kaum Raum für Veränderungen.

 

Viel besser: Lass Dir beim Auswählen der Möbel, Bilder, Accessoires und Textilien Zeit – ein Zuhause mit Charme und Charakter entsteht nicht an einem Wochenende, sondern wächst mit den Jahren. Es muss nicht gleich alles perfekt sein. Halte die Augen offen und suche das Besondere, was zu Dir und Deinem Leben passt und Deiner Wohnung eine persönliche Note verleiht, vielleicht sogar das ein oder andere Second Hand-Möbelstück. Traue Dich ruhig, Stile zu mixen und sei kreativ.

15. Trend-Alarm

Der Fehler: Dieses Jahr der eine Farbton, nächstes Jahr der andere – dazu wechselnde Stile, mal Boho, mal minimalistisch, dann wieder glamourös. Westwing, Depot & Co zeigen uns verführerisch aufbereitet ständig neue Trends und Must-haves. Das geht einerseits ziemlich ins Geld und so bekommst Du andererseits auch garantiert keine persönliche Einrichtung hin. Und noch dazu wirkt ein nicht mehr aktueller Trend auch ziemlich altbacken.

 

So machst Du es richtig: Setze auf zeitlose Basics (genau wie in der Mode) – am besten in Naturtönen, Grau, Weiß, Messing oder Schwarz. Solche Schränke, Tische, Stühle und Sofas haben lange Bestand, man sieht sich nicht so schnell satt und sie bilden den Mittelpunkt Deiner Einrichtung. Aktuelle Trendfarben und -materialien holst Du Dir dazu als Akzente wie Kissen, Vasen oder Teppiche nach Hause. Oder streiche die Wand jeweils in Deinem aktuellen Lieblingston. So sehen Deine Räume stets modern aus und Dein Portemonnaie macht solch einen sanften Trendwechsel auch problemlos mit.


Aufräumcoach Zürich, Ordnungscoach Zürich, Dagmar Schäfer

Hast Du noch andere Beispiele für Fehler beim Einrichten?

Was hat bei Dir "geholfen" und Dein Wohngefühl verbessert?

Hast Du vielleicht schon Erfahrungen mit den oben genannten Tipps?

Über einen Kommentar von Dir würde ich mich sehr freuen :-)!



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